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Wird die systematische Recherche in Fachdatenbanken durch die KI überflüssig?

RefHunter Community Literaturrecherche Datenbanken und Tools Wird die systematische Recherche in Fachdatenbanken durch die KI überflüssig?

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  • #16453

    Guten Tag,
    ich habe eine Frage in die Runde und würde mich über möglichst viele Stellungnahmen dazu freuen, weil ich gerade ein Buch schreibe, das eine „Einführung in das wissenschaftliche Schreiben in der Sozialen Arbeit“ werden soll. Die systematische Literaturrecherche in Fachdatenbanken hat dort einen besonders prominenten Platz.

    Nun werden auch an unserer Hochschule seit einiger Zeit die Veränderungen diskutiert, die die KI mit sich bringen könnte. Es gibt mittlerweile tausende von Tools, die man nutzen kann und die bei sämtlichen Phasen des Schreibprozesses unterstützen können. Das gilt auch für die Literaturrecherche. Auf SciSpace kann z.B. direkt nach einer Forschungsfrage suchen und bekommt dann nicht nur dazu passende „Papers“ angezeigt, sondern auch unter „Insights“ Hinweise darauf, worauf das Paper eine Antwort gibt und worauf nicht.

    Meine Frage deshalb in die Runde: Wird dadurch Ihrer Meinung nach die systematische Literaturrecherche mit ihren Schritten, wie sie der Refhunter so schön erläutert, überflüssig werden? Dann wäre auch mein Buch schon beim Erscheinen nicht mehr aktuell.

    Meine Position dazu sieht im Moment so aus: Diese Tools für die Literaturrecherche sollten als ergänzende Recherchemöglichkeiten genutzt werden können. Sie erfüllen aber nicht die Kriterien einer wissenschaftlichen Literaturrecherche. Denn dafür müssen die Ergebnis auf systematische und nachvollziehbare Weise zustande kommen. Die KI-Tools sind aber eine Black Box, weil unklar ist, wie die Ergebnisse zustande kommen. Außerdem handelt es sich bei Ihnen nicht um Datenbanken, in denen jeder Datensatz über zugeordnete Variablen organisiert ist, nach denen man mit Suchbefehlen suchen kann. Fazit: Bis auf weiteres bleibt die Literaturrecherche in den Fachdatenbanken das Mittel der Wahl, das durch andere Mittel ergänzt werden sollte.

    Was meinen Sie? Ich bin verunsichert, weil ja mittlerweile sogar Workshops angeboten werden, die angeblich vermitteln, wie man mit der KI quasi automatisiert auch systematic reviews erstellen kann.

    Gruß
    Florian Bödecker

    #16572
    Jörg Matthäi
    Teilnehmer

      Guten Morgen,

      vielen Dank für den Impuls!
      Ich befinde mich ebenfalls in der Situation, als Pflegewissenschaftler die bisherige Methode zu vermitteln, kann aber die KI-Tools (insbesondere SciSpace und tgl. kommen neue hinzu) nicht ignorieren. Als angehender Mediendidaktiker (z.Zt. berufsbegleitendes Masterstudium Educational Media) bin ich von den Möglichkeiten natürlich auch begeistert, sehe ich doch, wie sich mein Workflow vereinfacht. Den Vorteil artikulieren auch meine StudentenInnen. Allerdings immer mit dem Hintergedanken, dass ich die Kontrolle und Übersicht über die dahinterstehenden Vorgänge verliere.
      Meine Erfahrung mit KI-Tools ist leider, dass die Gefahr von „Halluzinationen“ nach wie vor in unbekannten Umfang besteht. Das macht natürlich eine Kontrolle und Überprüfung, mit den entsprechenden Wissen und Recherchefähigkeiten, notwendig.
      Meine Idee („Zukunftsoption“) für Ihre (auch gern das kollegiale „Du“) Publikation, eine KI zur Recherche und kritischen Beurteilung entwickeln, in der die Vorgänge transparent und nachvollziehbar dargestellt werden. Wäre hier zur Zusammenarbeit in einem Projekt auch offen und bereit!
      Viele Grüße
      Jörg Matthäi

      P.S.: Mich würden die Inhalte der Workshops auch interessieren. Wer bietet sie denn an?

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